Ramon Schack

Diplom-Politologe, Journalist und Publizist

Mein letztes Interview mit Peter Scholl-Latour

@Ramon Schack
Am 18.Juni 2014, der Tag meines 43.Geburtstages, besuchte ich Peter Scholl-Latour in seiner Wohnung.
Am Abend zuvor hatten wir uns telefonisch verabredet, zu einem Interview-Termin, wie so häufig in den letzten Jahren.
Zu Beginn unseres Gespräches ging es um meine Südkaukasus-Reise, die erst einige Tage zurück lag.
Peter Scholl-Latour lauschte interessiert meinen Impressionen über diese Region, die er natürlich viel besser kannte, als ich selbst.
Nach dem Interview unterhielten wir uns wie gewöhnlich über Gott und die Welt, über die brennenden Probleme unserer Epoche.
Angesichts meiner bevorstehenden Reise in die Mongolei, gab er mir noch einige wertvolle Informationen und erstellte mir einne Kontakt zu einem seiner besten Freunde UdoHaase ,dem Bürgermeister von Schönefeld, einem der führenden Mongolei-Experten unserer Republik.
An diesem heiteren Sommer-Tag deutete nichts darauf hin, dass es meine letzte Begegnung mit Peter Scholl-Latour war.
Trotz seines hohen Alters, wirkte er gesund und physisch auf dem Höhepunkt.
Ein Teil des Interviews wurde schon längst veröffentlicht.
In dem ihm noch verbleibenden 2 Monaten seines Lebens, schloss er die Arbeiten an seinem letzten Buch ab”Der Fluch der bösen Tat”.
Den übrigen Part, indem sich Peter Scholl-Latour zum ersten Mal über seine familliären Hintergründe,die Besonderheiten seiner Biographie, gegenüber einem Journalisten äußerte, habe ich jetzt posthum im Orient-Magazin Zenith publiziert.
Auch aufgrund unseriöser Schmierereien, die gelegentlich in Zeitungen zu finden sind, gegen die er sich nicht mehr wehren kann.
Unter Anderem berichtete PSL von seinem Onkel Robert Nußbaum, ein seinerzeit berühmter Arzt und Wohltäter, der von den Nazis ermordet wurde.
http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Nu%C3%9Fbaum

“Mein Onkel wurde Opfer einer Intrige, was angesichts der damaligen antisemitischen Gesetzgebung verheerende Folgen für ihn hatte. Ich war damals noch Internatsschüler in der Schweiz, wohin meine Eltern mich geschickt hatten, um nicht den politischen Verhältnissen in Deutschland ausgesetzt zu sein oder der nationalsozialistischen Politik. 1940 kehrte ich zurück. In dieser Zeit lag die wohlbehütete Welt meiner Kindheit schon in Trümmern. Meine Eltern hatten sich zum Schein scheiden lassen, weil mein Vater sonst nicht mehr als Arzt hätte praktizieren dürfen, denn meine Mutter galt nach den Nürnberger Gesetzen als Jüdin, da sie aus einer jüdischen Familie stammte, obwohl sie schon viel früher zum Katholizismus konvertiert war. ”
Das ganze Interview könnt Ihr in der neuen Ausgabe von Zenith lesen.
http://www.zenithonline.de/…/wir-alle-leben-doch-in-erwart…/