3. August 2010
Volksrepublik China:Das Imperium ohne Freunde?
Wenn er an Kräften überlegen ist, dann weiche ihm aus.
Wenn Dein Gegner ein cholerisches Temperament hat, dann versuche ihn zu reizen.Gib vor, schwach zu sein, damit er überheblich wird. Wenn er sich sammeln will, dann gib ihm keine Ruhe. Wenn seine Streitkräfte vereint sind , dann zersplittere sie.Greife ihn an, wo er unvorbereitet ist; tauche auf, wo Du nicht erwartet wirst.!”
Aus den Anweisungen zur Kriegskunst des chinesischen Militärstrategen Sunzi
@Ramon Schack
Am Beispiel Chinas offenbart sich mit betrüblicher Deutlichkeit, in welchem Ausmaß den Europäern und Amerikanern das geschichtliche Bewußtsein abhanden gekommen ist. Die Fehldiagnose des amerikanischen Politologen Fukuyama vom “End of History” war auf allzu fruchtbaren Boden gefallen.
So begegnet die westliche Welt dem phänomenalen Aufstieg Chinas in den Rang der zweiten Weltmacht mit einem Gemisch aus Arroganz und Missgunst.

Die explosive Dynamik Chinas erzeugt wachsende Furcht, ja die Ahnung des eigenen Rückfalls in unerträgliche Mittelmäßigkeit.
Die an Sinophobie grenzende Abneigung, die immer wieder in der westlichen Berichterstattung über China zu erkennen ist, hängt wohl auch damit zusammen.
Dieser heute erschienene-merkwürdig ahistorische- Artikel, des Historikers Michael Stürmer, demonstriert diese betrübliche Tendenz anschaulich:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article8775850/China-ist-dAm
China ist also das Imperium ohne Freunde?Soso.Da sei doch bitte die Frage erlaubt, welches Imperium in der Geschichte denn bitte Freunde hatte ?
Man könnte es auch anders betrachten, und den phämonale Aufstieg dieses Riesenreiches-in den letzten 30 Jahren- als eine beispielslose Erfolgsgeschichte interpretieren.
Wäre es dem Westen denn lieber, in Peking würde immer noch ein totalitärer, unberechenbarer Herrscher regieren, dessen ideologischen Verirrungen Millionen Menschen das Leben kosten würden?
Viele der westlichen Wortführer, die heute mit der äußerst selektiven Menschenrechtskeule pseudodemokratische Reformen im Reich der Mitte einfordern, während im Westen die demokratischen Grundrechte sukzessive eingeschränkt werden, während auch viele Verbündete des Westens weit weniger demokratisch agieren als China, waren ja während der Herrschaft von Mao recht schweigsam, bisweilen sogar heimliche Bewunderer dieses Herrschers.
“Wenn der chinsische Drache erwacht, dann wird die Welt erzittern!”, prophezeite Napoleon vor über 200 Jahren. Bisher hat sich dieser Drache erst im Schlaf gedreht.
http://www.youtube.com/watch?v=1S2uXAUksb0
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Ich fürchte den Aufstieg Chinas nicht. Für uns Europäer wäre das eine riesige Chance.