24. Juni 2010
Krieg in Afghanistan:Obama feuert General McChristal
When you’re wounded and left on Afghanistan’s plains,
And the women come out to cut up what remains,
Jest roll to your rifle and blow out your brains
An’ go to your Gawd like a soldier.
Go, go, go like a soldier,
Go, go, go like a soldier,
Go, go, go like a soldier,
So-oldier ~of~ the Queen!
Rudyard Kipling
THE YOUNG BRITISH SOLDIER
@Ramon Schack
Vor einigen Tagen suchte ich Peter Scholl-Latour zu einem Interview auf.
Der bekannte Publizist und letzte Chronist unserer Zeit empfing mich an der Eingangstür seiner mondänen Penthouse-Wohnung in Berlin-Wilmersdorf. Schon während des Begrüßungsgeplauders, als wir die Treppe zur zweiten Etage hinaufgingen, kamen wir auf die aktuelle Lage in Afghanistan zu sprechen.
“Wann wird man in Washington begreifen, dass Afghanistan-landlocked und in sich selbst verkapselt-allenfalls ein Nebenkriegsschauplatz ist?Wann wird man dort zu der Erkenntnis gelangen, daß die Tragödie von Nine Eleven kein afghanisches, sondern ein saudisches Unternehmen war, auch wenn Osama bin Laden sich zu diesem Zeitpunkt in irgendeiner Felshöhle des Hindukusch aufhielt?” gab Peter Scholl-Latour zu bedenken, während er uns einen Drink zubereitete. In einem früheren Interview mit mir, unmittelbar nach dem Amtsantritt Obamas , hatte er sich wie folgt über die Thematik geäußert: http://www.freitag.de/politik/0911-afghanistan-obama-taliban-verhandlungen
Droht die ISAF-Mission in Afghanistan zu scheitern? Ja, wenn man den Worten des ehemaligen obersten NATO-Kommandeurs in Afghanistan, dem amerikanischen General Stanley McChrystal, Glauben schenken möchte.
McChrystal forderte im September 2009 eine deutliche Aufstockung der Truppen. Sollte in den nächsten zwölf Monaten keine Trendumkehr erreicht werden, riskiere man „ein Ergebnis, bei dem ein Sieg über den Aufstand nicht länger möglich ist“, hieß es in einer damals von der „Washington Post“ in weiten Teilen veröffentlichten Lageeinschätzung McChrystals für Verteidigungsminister Robert Gates. „Unzureichende Kräfte werden vermutlich zu einem Scheitern führen“, schrieb der General .
http://www.handelsblatt.com/politik/international/afghanistan-mission-droht-zu-scheitern;2459015
McChrystal kritisierte damit direkt die Äußerungen von US-Präsident Obama, der erst dann weitere Truppen schicken möchte, wenn die richtige Strategie zur Bekämpfung der Taliban feststeht. Barack Obama hat bisher seiner Strategie, die er zu Beginn des Jahres formulierte, keine Taten folgen lassen.Damals signalisierte Obama Gesprächsbereitschaft, mit sogenannten gemäßigten Taliban. Gemessen an diesen Worten, hat Obama bisher versagt

Gegen Ende meines Gespräches mit Peter Scholl-Latour, fragte ich ihn, ob er Parallelen zwischen dem Krieg in Afghanistan und Vietnam erkenne, wohl wissend, dass ihm beide Kriegsschauplätze bestens vertraut waren und sind. Scholl-Latour antwortete mit einem ernsten Blick.”Auch am Mekong -in Vietnam-hatte die Strategie des General Westmoreland zwischen den beiden unvereinbaren Alternativen der counter-insurgency geschwankt, zwischen ”search and destroy” und “Clear and hold”. Auch in Vietnam hatten sich die US-Strategen-ähnlich wie heute die durchaus fähigen Generale Petraeus und McChristal-immer wieder der Illusion hingegeben, es sei möglich und unverzichtbar”to win hearts and minds”- die Herzen und Gemüter der einheimischen Bevölkerung zu gewinnen.Das war in Vietnam gründlich mißlungen, und es wird auch in Afghanistan mißlingen.”
General McChristal wurde gestern von Obama entlassen:http://www.nzz.ch/nachrichten/international/praesident_obama_demonstriert_seine_autoritaet_1.6231102.html
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Bin gespannt,wie der Nachfolger agieren wird.Habe die Befürchtung-Afghanistan wird zum Vietnam von Obama.