Ramon Schack

Diplom-Politologe, Journalist und Publizist

20. März 2014

Die Krimkrise und die Versäumnisse des Westens/Mein Beitrag auf Deutschland-Radio-Kultur

@Ramon Schack

Trotz des demokratischen Anstrichs sind weder die Regierung in Kiew noch die EU und die NATO bereit, das Referendum auf der Krim anzuerkennen. Doch die aktuelle Krim-Krise wurde auch durch den Fehler des Westens herbeigeführt.

Warum die NATO ihre Strategie überdenken sollte, darüber sprach ich heute Morgen auf Deutschland-Radio-Kultur.

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http://www.deutschlandradiokultur.de/konflikt-die-krim-krise-und-die-versaeumnisse-des-westens.1005.de.html?dram%3Aarticle_id=280554

9. März 2014

Peter Scholl-Latour wird 90

@Ramon Schack

Peter Scholl-Latour feiert heute seinen 90. Geburtstag.

Ich hatte heute Vormittag die Gelegenheit, dem großen Chronisten unseres Zeitalters in seiner Berliner Wohnung persönlich zu gratulieren.

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Anbei mein heutiges Interview mit Peter Scholl-Latour.

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41168/1.html

 

 

2. März 2014

Ukraine-Krise/Wird die Krim wieder russisch?

@Ramon Schack

Die dramatischen Entwicklungen auf der Krim, haben diese liebliche Halbinsel schlagartig in den Blickpunkt der weltweiten Öffentlichkeit katapultiert.Die Krim ist schon seit Jahrtausenden ein umkämpfter Zankapfel im geopolitischen Spiel der großen Mächte.Griechen und Türken, Russen, Ukrainer und Tartaren, Georgier und Abchasen lebten über Jahrhunderte hinweg friedlich nebeneinander, selten aber nur miteinander.Regelmäßig trugen die jeweiligen Eroberer von Außen Hass und Zwietracht zwischen die Ethnien.Jahrhundertelang gehörte die Krim “jedem und niemandem”,  wurde von Skythen, Griechen, Römern, durch die Völkerwanderung von Goten, Hunnen und Tataren besiedelt.Die Krim übte eine fast erotische Anziehungskraft aus,flankiert von dem dringenden Bedüfnis dort eine Art Heimstätte zu errichten, wie es der britische Journalist Neal Ascherson einst formulierte.

Die 26.000 Quadratmeter große Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer geriet Mitte des 19. Jahrhunderts ins Zentrum des militärischen Interesses von England, Frankreich und der Türkei. Der Krim-Krieg brach aus, ein blutiges Gemetzel, welches zur Gründung des Roten Kreuzes führte.

Die Krim gehörte schon zu vielen Staaten und Imperien, die zugehörigkeit zur Ukraine ist allerdings recht jung.

Mit einem Bevölkerungsanteil von 58 Prozent Russen, 24 Prozent Ukrainern und zwölf Prozent Tataren ist sie  die „russischste“ Region der Ukraine. Drei Viertel aller Bewohner der Krim bezeichnen Russisch als ihre Muttersprache, Ukrainisch hingegen nur ein Zehntel. Nach Angaben des Internationalen Kiewer Instituts für Soziologie verwenden 97 Prozent der Bevölkerung die russische Sprache.

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FOTOS:Die Krim, die “russischte Region” der Ukraine.Ramon Schack ALL RIGHTS RESERVED

Als ich vor drei Jahren während eines Ukraine-Aufenthaltes die Krim bereiste, besuchte ich auch die Stadt Sewastopol .

In einem Zeitungsbeitrag für die NZZ schrieb ich damals:”Die gelöste Stimmung spiegelt eine Sorglosigkeit vor, die dem Konfliktpotenzial, das in diesem Ort steckt, in keiner Weise entspricht. Noch vor drei Jahren war die Stimmung in Sewastopol hochexplosiv. Damals, auf dem Höhepunkt des Krieges zwischen Russland und Georgien, war die hier stationierte Schwarzmeerflotte Russlands in militärische Aktionen gegen den Kaukasus-Staat involviert. Die Regierung in Kiew befand sich damals in der prekären Situation, dass von ihrem Territorium aus kriegerische Aktionen gegen das befreundete Georgien ausgingen. Die Fünfte Flotte der USA kreuzte drohend vor Sewastopol. Der damalige ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko, Held der mittlerweile verblühten «orangen Revolution», hatte im Zusammenhang mit der russischen Schwarzmeerflotte noch von einer feindlichen Präsenz auf ukrainischem Territorium gesprochen.”

Damals, im Frühjahr 2011, konnte ich noch nicht ahnen, dass nur drei Jahre später eine Situation entstehen wird, die weitaus explosiver erscheint.

Weiter schrieb ich damals:”Sewastopol ist heute inoffiziell der südwestlichste Zipfel Russlands und einer der Stolpersteine bei der Westorientierung der Ukraine, unabhängig von der jeweiligen Regierung in Kiew. Loktionow stützt sich in seiner Haltung auf die prorussische Einstellung der Bevölkerung. Gemäss Umfragen aus dem Jahr 2007 bezeichnen über sechzig Prozent der Einwohner der Krim, die erst 1954 als Geschenk Chruschtschews der Ukraine angegliedert wurde, ihre Identität als russisch oder gar sowjetisch.http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/das_zuenglein_an_der_russischen_waage_1.10589844.html

Die Situation auf der Krim wird noch weiter belastet, durch das Aufbegehren der Krimtataren, die einen steigenden Einfluss Russlands fürchten, sich aber auch nicht für die anhaltende Destabiliserung der Ukraine begeistern können, die den Einfluss der ultrarechten Swoboda-Partei dramatisch steigern dürfte, die nicht nur antirussisch und antisemtisch agiert, sondern auch antitatarisch , was im Westen bisher nahezu unbeachtet bleibt-aus unerklärlichen Gründen.

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Fotos:Geraten die Krimtataren zwischen die Fronten?RAMON SCHACK-ALL RIGHTS RESERVED

Damals suchte ich auch Mustafa Kirimoglu auf, einen der großen Dissidenten des 20. Jahrhunderts, der den Krimtataren die sukkzessive Rückkehr in die Heimat der Vorfahren ermöglichte.

 

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FOTO:Ramon Schack im Gespräch mit Mustafa Kirimoglu

Nach dieser Begegnung schrieb ich”Auch zwanzig Jahre nach dem Ende der UdSSR gibt es noch viele Probleme. Die Rückkehr der Krimtataren stiess auf viel Feindschaft. Die ukrainischen bzw. russischen Bewohner wurden jahrzehntelang im Glauben erzogen, die Krimtataren seien Feinde. Die ökonomische Dauerkrise, der Kampf um Ländereien und ehemalige Besitztümer, der Zusammenprall von verschiedenen Sprachen und Religionen heizen ethnische Konflikte an. «Meine Aufgabe ist noch nicht beendet», betont Kirimoglu. Zehntausende Krimtataren hängen noch in der Diaspora fest. Kirimoglu besitzt heute so etwas wie einen Heldenstatus. Als Abgeordneter des ukrainischen Parlamentes pendelt er zwischen Kiew und der Krim hin und her.”http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/ein-stiller-held-des-20-jahrhunderts-1.12376312

Geraten die Krimtataren zwischen die Fronten, wird sich die Krim von der Ukraine abspalten?Wer ist Schuld an der aktuellen Misere?Dazu in Kürze mehr auf dieser Website..