Ramon Schack

Diplom-Politologe, Journalist und Publizist

16. Januar 2013

Chronik eines angekündigten Krieges/Mali und die Arabellion

@Ramon Schack

Es war schon bemerkenswert: Gegen Ende seiner  ersten Amtszeit, wohl noch von der Hoffnung getragen ein zweites Mal als Präsident Frankreichs antreten zu dürfen, sah man Nicolas Sarkozy, der plötzlich eine napeolonische Ader in sich entdeckt hatte, ständig über Landkarten und Zielangaben gebeugt, als Feldherr gegen Gaddafi.

Erstaunlich war hierbei, in welchem Ausmaß sich Sarkozy dabei von dem Salonlöwen und Modephilosophen Bernard-Henri Lévy beraten und anfeuern ließ.

Bernard-Henri Lévy, in der Bussi-Gesellschaft von Paris auch als BHL bekannt, einst eine Ikone der französischen 68er Bewegung, nahm später die Pseudo-Fortschrittlichkeit der Linken Intelligenz ins Visier und verdammte den marxistischen Totalitarismus.

So weit, so gut.

In den letzten Jahren vertrat BHL allerdings eine Menschenrechtsdoktrin, die in ihrer Rigorosität und Fortschrittsgläubigkeit an seine verblassten marxistischen Dogmen früherer Tage erinnert.Dieses Phänomen ist ja nicht nur bei Lévy zu erkennen und auch nicht auf Frankreich beschränkt.

In der heutigen Ausgabe der FAZ verteidigt Lévy -wie es zu erwarten war-  Frankreichs Vorgehen in Mali. Die Intervention bestätige „die hervorragende Rolle Frankreichs, das in vorderster Reihe für die Demokratie kämpft“, schrieb Lévy in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

In dem Beitrag erwähnt Lévy allerdings nicht, dass die jetzige Situation in Mali durch den Sturz der Gaddafi-Diktatur, zu der er damals Sarkozy anspornte-zwar nicht verursacht- doch dramatisch verschärft wurde.

Wie hängt der Konflikt in Mali mit der Arabellion zusammen, was sind die historischen Ursachen der aktuellen Situation?

Ich habe darüber einen Artikel geschrieben:http://www.heise.de/tp/artikel/38/38364/1.htm