Ramon Schack

Diplom-Politologe, Journalist und Publizist

27. April 2012

Fussball-EM 2012/Die Ukraine am Pranger der Weltöffentlichkeit

@Ramon Schack

Vor einem Jahr war ich- zusammen mit einigen Kollegen- zu einem Hintergrundgespräch in Kiew geladen, bei dem Ministerpräsidenten der Ukraine Mykola Asarow.

Kaum hatte ich die umfangreichen Sicherheitskontrollen im Amtssitz Asarows passiert, stand ich einem ältlichen, farblosen Herren gegenüber. Hinter den Brillengläsern schauten mich mich freudlose Augen an.Es handelte sich um seine Exzellenz persönlich…

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Wenig später, während des Hintergrundgespräches, erkundigte ich mich nach dem Stand der Pressefreiheit in der Ukraine, sowie nach der Sozialisation Asarows in der Sowjetunion.

Der Ministerpräsident reagierte verärgert:” “Würden Sie Kanzlerin Merkel auch nach Ihrer Herkunft in der DDR befragen?” zischte er mich an.

Mykola Asarow ist ein enger Verbündeter des amtierenden Präsidenten Janukowitsch und der zweitmächtigste Mann der Ukraine.

Im Vorfeld der Fussball-EM, welche dem größten Staat Europas ein neues, besseres Image bescheren sollte, steht die Ukraine am Pranger der Weltöffentlichkeit:http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article2259293/Drama-um-Timoschenko-isoliert-die-Ukraine-zunehmend.html

In der ostukrainischen Millionen-Metropole Dnjepropetrowsk  kam es unterdessen zu einem blutigen Bombenanschlaghttp://www.berliner-zeitung.de/politik/bombenanschlaege-viele-verletzte-nach-explosionen-in-der-ukraine,10808018,15006460.html:

 

23. April 2012

“Nein, die Franzosen lieben das 21. Jahrhundert nicht,..”/Anmerkungen zu der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl

@Ramon Schack

“Nein, die Franzosen lieben das 21. Jahrhundert nicht, und sie würden es, könnten sie dies, liebend gern zurücklassen.”, schrieb Olivier Guez kürzlich in der FAZ.http://www.faz.net/-gqz-6zbjn

Das gestrige Ergebnis, der ersten Runde der Präsidentenwahlen im Hexagon, scheint diese Einschätzung zu bestätigen.

Die politischen Pendelschläge waren in Frankreich schon immer stärker ausgeprägt, als in anderen westeuropäischen Staaten.

Die Furcht vor dem Niedergang, die nostalgische Verklärung der “ruhmreichen” Vergangenheit, die Sehnsucht nach der Gloire, sind in der  Fünften Republik(die  immerhin schon seit 1958 existiert) weit verbreitet. Das alles flankiert von einem kulturellen Sendungsbewußtsein, welches sich aus der Vergangenheit speist, als die französische Kunst und Kultur eine Strahlkraft entwickelte, die weit über die Staatsgrenzen reichte.

Frankreich steht heute auf tönernen Füßen. Es schwankt soziokulturell zwischen Nord- und Südeuropa, zwischen Großmachtsambitionen und einer Art romanischen Wagenburgmentalität, wie die Ergebnisse für rechts-und linksextreme Parteien symbolisieren.

Unabhängig davon, wer demnächst in den Élysée-Palast einziehen wird, das neue Staatsoberhaupt unseres Nachbarlandes muss seine Bürger mit der Gegenwart aussöhnen und in die Zukunft führen. Nicht nur im Interesse Frankreichs

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/kampf-um-stichwahl-eroeffnet_1.16584957.html