Ramon Schack

Diplom-Politologe, Journalist und Publizist

15. Dezember 2010

Terror im Baluschistan/Bedroht Al Kaida den Iran?

@Ramon Schack
In der iranischen Unruheprovinz Sint-Baluschistan, im äußersten Südosten der Islamischen Republik, hat sich ein verheerender Selbstmordanschlag ereignet.

Zahlreiche Menschen kamen dabei ums Leben.

Die iranische Regierung beschuldigt ausländische Mächte:http://www.abendblatt.de/politik/article1728947/Schwerer-Anschlag-vor-Moschee-erschue…ttert-Iran.html

Die radikal sunnitische Terrorgruppe Dschundallah (Brigade Allahs) steht im Verdacht den Anschlag ausgeführt zu haben. Diese Gruppierung, die den schiitischen iranischen Zentralstaat bekämpft, hat in der Vergangenheit schwere Terroranschläge verübt. Es gibt Verbindungen zwischen Dschundallah und den Taliban, im benachbarten Pakistan, denen man ja eine Nähe zum weltweiten Terrornetzwerk der Al Kaida nachsagt.

In diesem Zusammenhang sei noch einmal daran erinnert, dass der Iran schon 1998, nach der Ermordung von mehreren iranischen Diplomaten in Afghanistan, kurz vor einem Krieg mit den sunnitisch-wahabitischen Fundamentalisten der Taliban stand.

In der Vergangenheit drohte die Nummer 2. der Kaida-dem Iran mit Terroranschlägen:Lesen Sie dazu:http://www.sueddeutsche.de/politik/512/361335/text/

Dahinter verbirgt sich natürlich der wachsende Konflikt zwischen dem Aufstieg der Shia, unter der Führung des Iran, sowie der Niedergang der wahabitischen-saudischen, fundamentalistischen Form des sunnitischen Islams.

So wenig man über die wirklichen, nebulösen Strukturen von Al Kaida weiß, die Abhängigkeit dieser Terrororganisation von saudischen Gönnern und vom saudischen Geheimdient steht außer Zweifel. Für die sunnitischen Potentaten und Zwangsregime, die man neuerdings in Washington als” moderate arabische Staaten tituliert, hängt das Überleben von der Allmacht der USA ab.

Um den wachsenden Einfluss des Iran einzudämmen, wurden diese moderaten sunnitischen Staaten, am Ende der unrühmlichen Amtszeit von G.W Bush, mit Kriegsmaterial gerade zu überschüttet. Im Werte von ca. 20 Milliarden Dollar wurde ein gigantisches Aufrüstungsprogramm veranschlagt, dass vor allem dem morschen Königreich Saudi-Arabien zugute kam.

Neben der Abwehr einer hypothetischen iranischen Bedrohung, ging es natürlich um ein riesiges Geschäft für die amerikanische Rüstungsindustrie. Die berechtigten Sorgen Israels versuchte Washington zu beschwichtigen, indem es Jerusalem ein Kompensationspaket in Höhe von 30 Milliarden Dollar gewährte. Kurzum, die empfindlichste Krisenzone der Welt, wurde mit Kriegsmaterial geradezu zugeschüttet. Der “War against Terror” führte und führt dazu, dass man das ideologische Mutterland der Kaida, nämlich Saudi-Arabien, nachhaltig unterstützt, während der Iran als Teufelsstaat Nummer 1 aufgebaut wurde.

“Sleeping with the Devil/Mit dem Teufel schlafen“, nennt der ehemalige CIA-Mitarbeiter Robert Baer diese unheilige Liason zwischen Washinton und Riad:Lesebefehl:http://ramonschack.wordpress.com/2007/10/26/sleeping