Ramon Schack

Diplom-Politologe, Journalist und Publizist

31. Mai 2010

Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff/Bundespräsident Horst Köhler tritt zurück

                                             @Ramon Schack

Bundespräsident Horst Köhler ist mit sofortiger Wirkung von seinem hohen Amt zurückgetreten.

Zur Begründung wurde im Schloss Bellevue, der überraschten Öffentlichkeit, die angebliche Respektlosigkeit gegenüber dem Amt,basierend auf den öffentlichen Äußerungen Köhlers in Afghanistan, genannt.

Dieses mag stimmen, ob es sich dabei um den einzigen Grund handelt- ist doch höchst fraglich.

Seit geraumer Zeit ist eine Art Flucht-und Absetzungsbewegung führender Köpfe der politischen Klasse zu verzeichnen.Diese Entwicklung wird flankiert von einer seit Jahren anhaltenden Abwanderung der hochqualifizierten Leistungsträger ins Ausland, sowie einer geistigen und intellektuellen Ausdünnung des politischen Personals.

Das politische System der Bundesrepublik befindet ich in einer schweren Krise. Um mit den Worten des ukrainischen Schrifstellers Jury Andruchowytsch zu sprechen “Deutschland hat den Glanz des Westens verloren, ohne die Wärme des Ostens gewonnen zu haben!”

Die Bundesrepublik war nach ihrer Gründung, über Jahrzehnte hinweg, eines der Erfolgsmodelle der deutschen Geschichte.

Zu keiner historischen Epoche konten die Deutschen so lange die Abwesenheit von Krisen, Kriegen und Katastrophen genießen, welche alle 20-30 Jahre das Leben ihrer direkten Vorfahren erschütterte und zerstörte, wie unter dem Banner von Schwarz/Rot/Gold. Zu keiner Zeit ging es den Deutschen materiell so gut, wie in den goldenen Jahren dieser Republik.

Diese Entwicklung geht jetzt dem Ende entgegen. Das politische System erweist sich zunehmend als unfähig, den gravierenden Herausforderungen -der sich rasant verändernden Welt -zu begegnen. Die Parteien befinden sich in der Krise, leiden an einer fatalen personellen Auszehrung. Die Bürger flüchten sich noch in Wahlenthaltung, folgen noch nicht in großer Zahl den Sirenenklingen totalitärer Verführer, vom Rande des politischen Spektrums.

Dieses wird nicht so bleiben. 

Dieser politische und soziale Niedergang, den man jeden Tag begegnen kann, zumindest wenn man mit offenen Augen durch unsere Städte geht , ist eingebettet in dem allgemeinen Niedergang der EU, des Westens.

Die dramatischen Verschiebungen des globalen Machtgefüges, deren Zeugen wir sind, deren Folgen und Auswirkungen aber nur die wenigsten noch  erfassen können, machen nicht an den Grenzen der Bundesrepublik halt.

Unter den den Spezialisten und Experten breitet sich Ratlosigkeit und Resignation aus. 

Der Rücktritt von Hort Köhler, eines Mannes der nicht aus dem Parteiensystem stammte, der immer wieder überparteiliche Kritik äußerte , veranschaulicht diese Entwicklung auf eindrucksvolle Weise.

Möchte man eine Metapher bemühen, um die aktuellen Ereignisse deuten zu können, so bietet sich die Metapher von der Bundesrepublik als ein Schiff an.

Der Käptain ist von Bord gegangen, das Schiff hat Schlagseite bekommen und steuert orientierungslos vor sich hin.

28. Mai 2010

Innenpolitik:Superstar Guttenberg

                                                         @Ramon Schack

Die fatale personelle Auszehrung, von der alle Parteien betroffen sind, erschüttert die CDU aktuell mit doppelter Wucht.

Nach dem Abgang von Roland Koch droht der Merkel-Union eine programmatische Aufweichung, welche immer mehr Stammwähler vergrault.  

Der katastrophale Absturz der CDU, bei den Landtagswahlen in NRW, ist diesbezüglich als Zeichen an der Wand zu interpretieren.

Aus Mangel an charismatischen Persönlichkeiten, eine Tendenz die wahrlich nicht nur die CDU- sondern alle Parteien betrifft, wird Theodor Karl zu Guttenberg  jetzt wieder aus der Versenkung des Bundesverteidigunsministeriums gehoben.

Zwar hat  dieser Shooting-Star, der vor geraumer Zeit den Bundesbürgern wie der Pop-Politiker aus der fränkischen Provinz präsentiert wurde, noch nicht viel geleistet, aber immerhin hat er bisher den Schleudersitz seines Postens als Verteidigungsminister überlebt, was angesichts des Afghanistan-Desasters schon eine große Leistung ist.

Der Verdacht besteht, dass er sein Potential als ehemaliger Wirtschaftsminister noch nicht entfalten konnte, da er zuvor von dem Duo Merkel-Seehofer entmachtet wurde.

Sein Alter und Aussehen, flankiert von einer- in der heutigen politischen Klasse selten gewordenen-rhetorischen Begabung, prädestinieren dieses Sprößling eines uralten Adelsgeschlechtes,dessen Stiefvater der Sohn von NS-Außenminister Rippentropp ist, geradezu für eine wichtigere Rolle in der Regierung.

Ob die Kanzlerin, der es immer gelang ihre innerparteilichen Gegner zu erkennen und auszuschalten, dabei mitspielen wird, bleibt höchst fraglich.

Allerdings hat Angela Merkel, angesichts der mageren Regierungbilanz und  der sinkenden Umfragewerte, wohl aktuell keine andere Wahl.   

Laut einer Umfrage wollen die Deutschen Guttenberg als Wirtschaftsminister:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/handelsblatt-umfrage-deutsche-wollen-guttenberg-als-mister-wirtschaft-der-union;2589829

27. Mai 2010

Zitat des Tages

In Zeiten der Stagnation, seien sie durch Trägheit oder durch Gewaltherrschaft entstanden, kann kein Leben entstehen. Leben ist Unruhe, die durch exzentrische Einzelpersonen ausgelöst wird. Um diesem Leben zu entsprechen, muss die Gesellschaft Risiken eingehen, ja sogar ein gewisses Maß an Regelverstößen akzeptieren, wenn die Gesellschaft leben will muss sie gefährlich leben.“

                                                                    Herbert Read

20. Mai 2010

Thailand:Schüsse im Land des Lächelns/Der Westen schweigt

 

                                            @Ramon Schack

Chai Yen nennt man in Thailand die Tugend, in jeder Situation sein Gesicht zu wahren. Immer Gesicht geben, niemals Gesicht nehmen.

Als ich 1994 durch Thailand reiste, wurde diese uralte Sitte- von den meisten ausländischen Besuchern dieses fernöstlichen Königreiches-  eingehalten, obwohl schon damals wahrlich nicht nur die kulturelle Elite des Westens dort anzutreffen war. 

Viele dieser Urlauber-überwiegend aus Europa, Australien, Amerika,Israel und Japan-waren weniger an den kulturellen und landschaftlichen Reizen interessiert, sondern eher an abwegigen-in ihrer jeweiligen Heimat strafrechtlich relevanten- Sexualpraktiken.

Obwohl mir in den Straßen Bangkoks Szenen wie in der phillipinischen Hauptstadt Manila -einige Jahre später- erspart blieben, als uns ein Familienvater, freundlich lächelnd, mit einem Kondom in der Hand,bzw. seinem Enkelkind auf dem Arm, seine-ihn begleitende- 16-jährige Tochter für eine Nacht anbot und Scharen von alleinreisenden Herren Nachts auf dem Roxas-Boulevard herumlungerten.  

Inzwischen hat der Massentourismus die tropischen Traumstrände von Phuket, Pattaya und Kho Samui ja in einen südostasiatischen Ballermann verwandelt, „Futtern wie bei Muttern“ inklusive.

Inwieweit dieser Massentourismus den Verhaltenkodex von Chai Yen modifiziert hat, bietet sicherlich Anlass für tiefergehende Diskussionen.

Angesicht der jüngsten Ereignisse in den Strassen Bangkoks, in denen ein durch einen Militärputsch an die Macht gekommenes Regime in die Menge der Regierungsgegner schiessen läßt, entlarvt sich die Doppelzüngigkeit westlicher Menschenrechtsrethorik  auf höchst betrübliche Weise.

Es starben Menschen, darunter der italienische Fotojournalist Fabio Polenghi. Ein Oppositionsführer der Rothemden-Bewegung, wird während eines Interviews mit der New York Times von einem Scharfschützen der Polizei erschossen.Aber keine westliche Regierung, nicht einmal die New York Times ,erklärte diese blutigen Vorfälle zu einem Skandal. Niemand klärte in den westlichen Medien die Öffentlichkeit darüber auf, dass die sogenannte Rothemden-Opposition, ob es einem passt oder nicht, 2001  in der ersten freien Wahl seit dem 2. Weltkrieg an die Macht kam, um 2006 von der monarchistischen Elite in einem Militärputsch abgesetzt zu werden.    

Wähend der Westen in anderen Fällen gar nicht schnell genug mit der Menschenrechtskeule schwingen kann, den Stimmzettel-Fetischismus propagiert ,  oder mit Sanktionen droht, wird den thailändischen Putschisten gestattet, was wir in Teheran, Damaskus oder Peking verurteilen würden

Vielleicht liegt es ja daran, dass das im Westen gepflegte Bild, von den angeblichen friedliebenden buddhistischen Gesellschaften, ein Bild welches bei genauer Betrachtung der jüngsten Ereignisse in Sri Lanka, Myamar und Tibet, schon immer auf Trugbildern und Wunschdenken basierte, nicht beschädigt werden soll.

Vielleicht liegt es aber auch eher daran, dass uns im Westen das Gespür für historische Prozesse, für schicksalhafte Veränderungen, inzwischen verloren gegangen ist.

19. Mai 2010

Geopolitik:Europa entdeckt Lateinamerika neu…

                                @Ramon Schack

In Brasilien ist man nicht nur in der „Neuen Welt“ angekommen, dort begegnet man einer neuen Menschheit, und die Vermutung stellt sich ein, dieses könnte die Menschheit der Zukunft sein.

 Mit seiner vielfältigen Harmonie der Bevölkerungsgruppen, nimmt Brasilien eine ethnische Mischung vorweg, die für den ganzen Globus Gültigkeit gewinnen könnte.

Politisch ist in Brasilien ein grundlegender Wandel eingetreten. Seit 2003 übt Luiz Inácio Lula da Silva in der futuristischen Hauptstadt Brasilia die Präsidentschaft aus.

Dieser bärtige, wohlwollende blickende Mann aus dem Volk, der als historischer Führer der brasilianischen Linken gilt, betont seine totale Unabhängigket von den USA.

Bei den Yankee-Gegnern des Subkontinents findet er bereitwillige Verbündete und Sympathisanten.

In Brasilien ist jenseits des Atlantiks ein ins Monumentale verzerrte  Spiegelbild der ehemaligen Super-und Kolonialmacht Portugal entstanden, welche heute ein eher bescheidenes Dasein als EU-Mitgliedsstaat fristet. 

Das aufstrebende Brasilien orientiert sich an den Ambitionen der Lusiaden und erhebt innerhalb der munipolaren Welt unserer Tage den Anspruch auf einen Großmachtstatus. Unter der Abkürzung BRIC haben die Medien einen Sammelbegriff für jene Schwellenländer erfunden-Brasilien, Russland, Indien, China-, die Europas Bedeutung in den Schatten stellen und mit den USA zusehends auf Augenhöhe kommunizieren.Zu einem unbeschreiblichen Taumel sollte sich der patriotische Überschwang steigern, als Rio de Janeiro die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2016 zugesprochen bekam.Es stimmt nachdenklich, dass Barack Obama mit seinem Einsatz zugunsten Chicagos so  ruhmlos scheiterte.

Seit vor der Atlantikküste reiche Erdölfelder geortet wurden, steht Brasilien im Begriff, zu einer der maßgeblichen Wirtschaftsmächte aufzusteigen.

„Lula“, wie er allgemein genannt wird, läßt sich von niemandem reinreden, tritt in diversen Regionalkonflikten  als Schlichter auf und baut die brasilianischen Streitkräfte zum beherrschenden Militärfaktor Lateinamerikas aus. Brasilien, so verraten die Experten, wäre binnen kurzer Frist in der Lage, nuklear aufzurüsten und seine eigenen Atombombe zu bauen.   Diese neue brasilianische Selbstbewußtsein, spiegelt sich auch in der Außenpolitik wieder. Lesen Sie dazu auch:

http://www.sueddeutsche.de/politik/157/511265/text/

Die explosive Dynamik Brasilens steht stellvertretende für den wachsenden Einfluss Lateinamerikas auf der Weltbühne. Europa entdeckt Lateinamerika als den Retter aus der Krise. 

Lesebefehl:http://www.handelsblatt.com/politik/international/handelspartner-europa-entdeckt-lateinamerika-als-den-retter-in-der-krise;2583056

18. Mai 2010

Weltwirtschaft:Die Stunde der Verführer

                  @Ramon Schack

Alle großen wirtschaftlichen und politischen  Theorien scheiterten bisher, bei aller Unterschiedlichkeit des ideologischen Überbaus, an einem Faktum, nämlich an der wahren Natur des Menschen.

Nachdem Zusammenbruch des Sowjetsozialismus, der die “Klassenlose Gesellschaft” propagierte, das Paradies auf Erden versprach, um schließlich in Blut und Tränen zu enden, flankiert von Völkerhass, ökologischen und sozialen Verwüstungen, war die Fehldiagnose  des amerikanischen Politologen Fukuyama vom “End of History”  auf allzu fruchtbaren Boden gefallen.

Auch in der aktuellen Wirtschaftsdebatte offenbart sich mit betrüblicher Deutlichkeit, in welchem Ausmaß den globalen Experten das geschichtliche Bewußtsein abhanden gekommen ist.

Die Stunde der Verführer-Lesebefehl:

http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/verhaltensoekonomie-die-stunde-der-verfuehrer;2582183

11. Mai 2010

Nach den Wahlen in NRW:Merkels Misere

                           ”  Wer die Macht hat, dem soll man sie nicht auch noch versüßen.“

                                                Max Aitken,1.Baron Beaverbrook

                                                                     @Ramon Schack

Schicksalsstunden für Angela Merkel:

Nach der Wahlniederlage in NRW, flankiert von dem Verlust der schwarz-gelben Mehrheit im Bundesrat, sieht die Kanzlerin stürmische Zeiten auf sich zukommen.

Schon melden sich die Kritiker aus den eigenen Reihen, die eine radikale Kurskorrektur fordern, den Stil der Angela Merkel bemängeln.

 

Angela Merkel wäre heute  nicht Bundeskanzlerin, damit auch eine der mächtigsten Frauen der Welt, wenn sie nicht immer in der Lage gewesen wäre, ihre Feinde rechtzeitig zu erkennen und auszuschalten.  

Ihrem ausgeprägten Machtinstinkt folgend, hat sie damit begonnen ihrem Koaltionspartner-der FDP-die Schuld für das Wahldebakel in die Schuhe zu schieben.

In diesem Zusammenhang entsorgte die Kanzlerin das Prestigeprojekt der Liberalen-nämlich Steuersenkungen. FDP-Chef Guido Westerwelle bekam die Entscheidung Merkels einfach nur mitgeteilt.

Ob es Angela Merkel dadurch gelingt, die innerparteilichen Kritiker verstummen zu lassen,  bleibt fraglich. 

“Merkels Misere”-Lesebefehl:http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,694083,00.html

8. Mai 2010

Stalin-Kult in Russland

                                    @Ramon Schack

Da draussen lauert ein Wolf, er will mein Blut. Wir müssen alle Wölfe töten!”

                                                    Josef W. Stalin   

30 Jahre herrschte Stalin über ein gewaltiges Imperium. Nach vorsichtigen Schätzungen vielen mehr als 20 Millionen Menschen  seiner Diktatur zum Opfer. Erschlagen, erschossen, verhungert, erfroren, oder arbeitend zu Tode gebracht.

Ganze Völker und Klassen gingen zu Grunde. Keine menschliche Gesellschaft der Neuzeit hat-über einen so langen Zeitraum hinweg- etwas schrecklicheres erlebt. 

Unter Stalin war niemand sicher, die Angst, die Paranoia, der Terror, waren elemementarer Bestandteil der stalinistischen Gesellschaft.

Bitte den Link anklicken:                             

http://de.youtube.com/watch?v=AeK7_4veq0A&feature=related

Der Kult um Stalins Person war beispiellos. Der Diktator war der -bis dahin -raffinierteste Manipulator der gleichgeschalteten Medien.

Stalinistisches Propaganda-Plakat:”Genosse Gott“!

Josef Stalin gilt als einer der größten Geschichtsfälscher aller Zeiten. Er hat sogar eigene Institutionen ins Leben gerufen, die gut damit beschäftigt waren, historische Ereignisse im Sinne ihres Auftraggebers neu zu “interpretieren”. Dazu gesellte sich seitens Stalin eine Verschwiegenheit in eigener Person, die nicht von ungefähr kam, gab es doch genug Verbrechen, Verrat und andere Scheußlichkeiten des jungen Josef, die nicht zum glorienumkränzten Bild des großen, genialen, gütigen Landesvaters passen wollten, der sich mit “der Sowjetunion” identifizierte und als deren Inkarnation unfehlbar sein musste.

Das Bild, das sich die Menschen von Stalin machten, war Produkt einer bewussten Fälschung. Stalin war von kleiner Gestalt, der linke Arm verkrüppelt, das Gesicht pockennarbig, er wirkte schmalschultrig. “Erst nach einiger Zeit wurde mir klar, dass der Mann, dem ich gerade begegnete, Stalin war”, sagt Leonid Zamjatin, ehemals Mitarbeiter im sowjetischen Außenministerium, im Interview: “Ich kannte ihn nur von diesen majestätisch monumentalen Porträts.” Bitte den Link anklicken:http://de.youtube.com/watch?v=QjKIesOCOCA&feature=related

Es existieren nur wenige bewegte Bilder des Kremlherrschers. Pedantisch kontrollierte er jede Filmaufnahme.  

Vor 14 Jahren habe ich Gori, die Geburtsstadt von Stalin, besucht: http://ramonschack.wordpress.com/2008/08/11/krieg-im-kaukasusbomben-auf-gorizwischen-schwarzem-meer-ud-kaspischem-meer/

Haben wir aus der Geschichte gelernt?

 Noch heute, auch in unseren Breitengraden, in unseren Parlamenten, pflegen Politiker den Mythos Stalin, ungeachtet seiner monströsen Verbrechen. Wie beispielsweise Sahra Wagenknecht, Politikerin der Linkspartei, Abgeordnete im Europäischen Parlament.

Wagenknecht über Stalin:  “Und was immer man – berechtigt oder unberechtigt – gegen die Stalin-Zeit vorbringen mag, ihre Ergebnisse waren jedenfalls nicht Niedergang und Verwesung, sondern die Entwicklung eines um Jahrhunderte zurückgebliebenen Landes in eine moderne Großmacht währ end eines weltgeschichtlich einzigartigen Zeitraums; damit die Überwindung von Elend, Hunger, Analphabetismus, halbfeudalen Abhängigkeiten und schärfster kapitalistischer Ausbeutung; schließlich der über Hitlers Heere, die Zerschlagung des deutschen und europäischen Faschismus sowie die Ausweitung sozialistischer Gesellschaftsverhältnisse über den halben europäischen Kontinent”  Quelle:  http://www.glasnost.de/pol/wagen.html

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Foto:Ukraine 1933: Eines von ca. 6 Millionen Opfern, der von Stalin organisierten Hungersnot, in der Ukraine: http://de.wikipedia.org/wiki/Holodomor

Das die Linke so eine Person in ihren Reihen duldet, dass die deutschen Wähler so einer Person zu einem Mandat verhelfen, das die Medien diese Dame unkrtisch umkuscheln, ist ein Skandal der uns nachdenklich stimmen sollte. Gerade in den krisenhaften Zeiten in denen wir leben, in denen Menschen anfällig werden, für einfache, populistische Parolen.

65 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges wird in Russland ein neuer Stalin-Kult inszeniert:Lesebefehl:  http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,693567,00.html

Anbei der erste Teil der sehenswerten Dokumentation Hitler und Stalin: http://www.youtube.com/watch?v=bJCrGXRr0zU

6. Mai 2010

Landtagswahlen in NRW/Merkels Furcht

 

                   @Ramon Schack

Wer zu spät kommt,den bestraft das Leben“, an diesen häufig- meistens in völlig unpassenden Zusammenhängen- zitierten Ausspruch Michail Gorbatschows, dürfte sich Angela Merkel dieser Tage erinnert fühlen.

Angesichts des bevorstehenden Urnenganges in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, flankiert von einer drohenden Wahlniederlage für die dortige Schwarz-Gelbe Koaltion, versucht die  Kanzlerin noch einmal das Ruder herumzureißen.

Nicht ohne Grund, angesichts der mageren Erfolgsbilanz ihrer Regierung, rund 8 Monate nach der Bundestagswahl, als auch der innen-und außenpolitischen Herausforderungen-die Griechenland-Krise sei in diesem Zusammenhang genannt, fürchtet die Kanzlerin  eine Denkzettelwahl  .

Ihre bisher praktizierte Stillhalte-Taktik scheint diesesmal nicht mehr zu funktionieren.

Lesebefehl: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,693262,00.html

3. Mai 2010

Der Dschihadist aus Deutschland/Eric Breininger soll tot sein

 

                                                              @Ramon Schack

Es war den vertraulichen Warnungen der CIA zu verdanken, aber auch der mangelnden Professionalität der Attentäter, daß die Bundesrepublik im Jahr 2007 vor fürchterlichen Terroranschlägen- einer gewissen “Islamischen Jihad Union” -verschont geblieben ist. Das wird nicht so bleiben, der Tag X wird kommen.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf mein Interview mit Konrad Freiberg, dem Präsidenten der deutschen Polizeigewerkschaft, aus dem Jahr 2007: http://www.bundestag.de/dasparlament/2007/19/innenpolitik/14812685.html

Der Fall Daniel S. hat mich damals stutzig gemacht, stammte dieser verhinderte Massenmörder doch aus dem banalen Ortsteil Herrensohr ,der biederen Kleinstadt Dudweiler im Saarland.

Dieser “homegrown Terrorism“, wie man es in der Anlosphäre ausdrücken würde, entstammt also nicht den sozialen Brennpunkten der urbanen Ballungszentren.Vielmehr handelte es sich bei den Tätern- vom  September 2007- zum Teil um junge Deutsche aus bürgerlichen Verhältnissen, die zum Islam konvertiert waren und nun die eigenen Landsleute und amerikanische Einrichtungen -auf deutschem Boden- in die Luft sprengen wollten.  

Weshalb kam es zum Abgleiten des jungen Daniel. S, aus dieser harmlosen spießigen Umgebung, in die grausame Unterwelt eines entarteten “Heiligen Krieges“?

Dieser Bombenleger aus Dudweiler habe als Kind unter der Scheidung seiner Eltern gelitten, lautete eine Erklärung.

Rührend, also wenn es danach ginge, dann wären die zum Islam konvertierten jungen Terroristen in Deutschland wohl nicht mehr zu zählen.Ein anderer Hinweis, in der Biographie des Daniel S., erscheint mir aufschlußreicher.Er sei als frommer, ja als fanatischer Katholik aufgewachsen.  Möglicherweise konnte ihm die Kirche nicht mehr jene festen Gewißheiten , jene Dogmen vermitteln, derer so viele Menschen, der unterschiedlichsten Coleur, bedürfen.Schon lange vor Mohammed hat der heilige Augustinus das fast identisches Gebet formuliert”unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir, oh Herr, ” .

In unserer Welt, in unserer krisenhaften- nicht ungefährlichen- Epoche, die auf beunruhigende Art und Weise immer religiöser wird, sind diese Worte von einer beklemmenden Aktualität.

Wie dem auch sei . In Wirklichkeit war es wohl ein religiöser Fanatismus , im Verbund mit unentschuldbaren Geltungsdrang, der  Daniel S dazu veranlasste , sich bei gedungenen Mördern einzureihen, um einen Islamischen Gottesstatt herbeizubomben.

Der schon erwähnten “Islamischen Dschihad Union“, die sich nur vage auf Al-Qaida beruft, sollte man die größte Aufmerksamkeit schenken.  

In einem Interview für die Süddeutsche Zeitung, sagte mir der bekannte Terorismus-Experte Berndt Georg Thamm:”In den Staaten Zentralasiens sind zahlreiche dschihadistische Aktivitäten zu beobachten. Sowohl aus dem Nahen Osten als auch aus dem Kaukasus und Afghanistan erhalten diese Kreise Zulauf und Unterstützung. Darüber hinaus sind mittlerweile Dschihadisten der turkistanischen Islamischen Dschihad Union in der Region vertreten, die mit Hilfe der al-Qaida ihren Einflussbereich durch Islamisten aus Europa, auch aus Deutschland, erweitern. Inzwischen hat diese Islamische Dschihad Union ihren Einflussbereich massiv ausgebaut. Wir erinnern uns, erst im September war Deutschland nur knapp Anschlägen eines Ablegers, eben jener ursprünglich aus dem pakistanischen Waziristan stammenden Dschihad-Union aus dem Sauerland entgangen.”

Lesebefehl:http://sz-shop.sueddhttp://sz-shop.sueddeutsche.de/mediathek/shop/Produktdetails/Buch+Der_Dschihad_in_Asien+Berndt_Georg_Thamm/4272922.do?extraInformationShortModus=false 

Ein Mitglied aus dem Umfeld des Daniel S.- Eric Breininger,der Dschihadist aus Deutschland, soll dieser Tage in Afghanistan gefallen sein.

 Lesebefehl:http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,692574,00.html