Ramon Schack ist Diplom-Politologe, Journalist und Publizist. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung, Die Welt, die Berliner Zeitung, “das Handelsblatt”, die Financial Times Deutschland, “Das Parlament”, die NZZ und viele andere.
4. Mai 2012
Ukraine:Julia Timoschenko-”Gasprinzessin” oder slawische “Evita Peron”?Worum geht es wirklich?
@Ramon Schack
An der Person -der ehemaligen ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko- scheiden sich die Geister-zumindest wenn man der aktuellen Berichterstattung in der westlichen Presse glauben schenken möchte.
Als ich im vergangenem Jahr die Ukraine bereiste, schien die dortige Bevölkerung-die größtenteils immer noch zu einem Leben auf niedrigstem sozialem Niveau verdammt ist(Von den Oligarchen einmal abgesehen-zu denen ja auch Frau Timoschenko zählte)- sowohl die sogenannte “Orangene Revolution”, als auch die Amtszeit dieser resoluten Dame, längst zu den Akten gelegt zu haben.
FOTO: Eine Rentnerin in Kiew-2011/RAMON SCHACK
Die Menschen in diesem geschundenem Land-immerhin der größte Flächenstaat Europas- haben ganz andere Sorgen, haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, als in Mitgefühl für Frau Timoschenko zu versinken, die dort wahlweise als Gasprinzessin oder als slawische Evita Peron bezeichnet wurde und wird.
Foto:Ukraine-auf dem Land war und ist die Armut groß-2011/RAMON SCHACK
“Gemessen an den Verhältnissen in anderen ukrainischen Gefängnissen geht es ihr ja noch gut.”, schreibt Christian Esch heute in einem sehr lesenwerten Artikel in der Berliner Zeitung.
Selbstverständlich hat Frau Timoschenko einen fairen Prozess verdient, bzw. angemessene Haftbedingungen.Natürlich versuchen auch gewisse Kreise in der Ukraine an der schillernden Dame ein Exempel zu statuieren.
Es ist aber sicherlich ein Fehler, dieses von der Geschichte vergewaltige Land kollektiv abzustrafen, oder die bevorstehende EM zu boykottieren.Der Verdacht kommt auf, dass es hier um ganz andere Sachverhalte geht, von Seiten des Westens.
Mit dem Amtsantritt von Wiktor Janukowytsch , der im Februar 2010 Julia Timoschenko, in der Wahl um das Amt des Staatspräsidenten besiegte, wurde der zuvor noch angestrebten NATO-Mitgliedschaft der Ukraine eine klare Absage erteilt.
FOTO:Kiew- die Hauptstadt der Ukraine-und Mutter aller russischen Städte/RAMON SCHACK.
Der permanenten Ostausdehnung der NATO, die schon im Jahr 2008-durch den kurzen Krieg zwischen Georgien und Russland ins Stocken geriet, wurde dadurch ein Riegel vorgeschoben.Bei allem- was man Janukowytsch vorwerfen kann(Um einen Demokraten westlichen Typus handelt es sich nicht), dessen Wähler sich überwiegend aus den russophonen Bewohnern der Ost-Ukraine rekrutieren,die Unabhängigkeit der tief gespaltenen Ukraine wurde von ihm nicht in Frage gestellt.
Während meiner Reise im vergangenem Jahr, besuchte ich auch die liebliche Halbinsel Krim, bzw. die dort gelegene legendäre Hafenstadt Sewastopol.
FOTO. Sewastopol am Schwarzen Meer, die ehemals verbotene Stadt-2012/RAMON SCHACK
Zum tieferen Verständnis, der geopolitischen Ausgangslage, auf welcher der aktuelle Konflikt zwischen der EU und der Ukraine basiert, empfehle ich meinen Artikel in der NZZ von damals :http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/das_zuenglein_an_der_russischen_waage_1.10589844.html :
Schlagworte: BoykottEM2012, EM, Janukowytsch, NATO, Timoschenko, Ukraine
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27. April 2012
Fussball-EM 2012/Die Ukraine am Pranger der Weltöffentlichkeit
@Ramon Schack
Vor einem Jahr war ich- zusammen mit einigen Kollegen- zu einem Hintergrundgespräch in Kiew geladen, bei dem Ministerpräsidenten der Ukraine Mykola Asarow.
Kaum hatte ich die umfangreichen Sicherheitskontrollen im Amtssitz Asarows passiert, stand ich einem ältlichen, farblosen Herren gegenüber. Hinter den Brillengläsern schauten mich mich freudlose Augen an.Es handelte sich um seine Exzellenz persönlich…
Wenig später, während des Hintergrundgespräches, erkundigte ich mich nach dem Stand der Pressefreiheit in der Ukraine, sowie nach der Sozialisation Asarows in der Sowjetunion.
Der Ministerpräsident reagierte verärgert:” “Würden Sie Kanzlerin Merkel auch nach Ihrer Herkunft in der DDR befragen?” zischte er mich an.
Mykola Asarow ist ein enger Verbündeter des amtierenden Präsidenten Janukowitsch und der zweitmächtigste Mann der Ukraine.
Im Vorfeld der Fussball-EM, welche dem größten Staat Europas ein neues, besseres Image bescheren sollte, steht die Ukraine am Pranger der Weltöffentlichkeit:http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article2259293/Drama-um-Timoschenko-isoliert-die-Ukraine-zunehmend.html
In der ostukrainischen Millionen-Metropole Dnjepropetrowsk kam es unterdessen zu einem blutigen Bombenanschlaghttp://www.berliner-zeitung.de/politik/bombenanschlaege-viele-verletzte-nach-explosionen-in-der-ukraine,10808018,15006460.html:
Schlagworte: FußballEM2012, Kiew, Mykola Asarow, Politik, Timoschenko, Ukraine
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23. April 2012
“Nein, die Franzosen lieben das 21. Jahrhundert nicht,..”/Anmerkungen zu der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl
@Ramon Schack
“Nein, die Franzosen lieben das 21. Jahrhundert nicht, und sie würden es, könnten sie dies, liebend gern zurücklassen.”, schrieb Olivier Guez kürzlich in der FAZ.http://www.faz.net/-gqz-6zbjn
Das gestrige Ergebnis, der ersten Runde der Präsidentenwahlen im Hexagon, scheint diese Einschätzung zu bestätigen.
Die politischen Pendelschläge waren in Frankreich schon immer stärker ausgeprägt, als in anderen westeuropäischen Staaten.
Die Furcht vor dem Niedergang, die nostalgische Verklärung der “ruhmreichen” Vergangenheit, die Sehnsucht nach der Gloire, sind in der Fünften Republik(die immerhin schon seit 1958 existiert) weit verbreitet. Das alles flankiert von einem kulturellen Sendungsbewußtsein, welches sich aus der Vergangenheit speist, als die französische Kunst und Kultur eine Strahlkraft entwickelte, die weit über die Staatsgrenzen reichte.
Frankreich steht heute auf tönernen Füßen. Es schwankt soziokulturell zwischen Nord- und Südeuropa, zwischen Großmachtsambitionen und einer Art romanischen Wagenburgmentalität, wie die Ergebnisse für rechts-und linksextreme Parteien symbolisieren.
Unabhängig davon, wer demnächst in den Élysée-Palast einziehen wird, das neue Staatsoberhaupt unseres Nachbarlandes muss seine Bürger mit der Gegenwart aussöhnen und in die Zukunft führen. Nicht nur im Interesse Frankreichs
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/kampf-um-stichwahl-eroeffnet_1.16584957.html
Schlagworte: Frankreich, Hollande, Le Pen, PräsidentenwahlenFrankreich, Sarkozy
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22. April 2012
Interview mit Sergei Chruschtschow/Russland wird im Westen noch immer missverstanden
“Rusland wird im Westen noch immer missverstanden”, sagte mir Prof. Dr. Sergei Nikitsch Chrutschschow, der Sohn des ehemaligen sowjetischen Staatschefs Nikita Sergejewitsch Chruschtschow:..http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-03/russland-putin-chruschtschow
Schlagworte: Chruschtschow, NikitaChruschtschow, Politik, Putin, Russland, SergeiChruschtschow, Sowjetunion, Stalin, WahleninRussland
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29. Februar 2012
“Der Euro spaltet Europa!”/Mein Interview mit Hans-Olaf Henkel
“Der Euro spaltet Europa”, sagte mir Hans-Olaf Henkel im Interview.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-02/henkel-eurokrise-europa
Schlagworte: EU, EudSSR, Euro, Eurokrise, Griechenland, HansOLafHenkel, Henkel, InterviewHenkel, Nord-Euro, Wirtschaft, Zeit-Online
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13. Januar 2012
Prizren, die schönste Stadt im Kosovo/Mein Artikel in der NZZ
Prizren, die schönste Stadt im Kosovo.Anbei mein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung.http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/muezzin-ruf_und_techno-beat_1.13994619.html
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24. November 2011
Peter Scholl-Latour”Die iranische Atombombe soll eine Abschreckung sein”
@Ramon Schack
“Die iranische Atombombe soll eine Abschreckung sein!”, sagte mir Peter Scholl-Latour im Interview:
Schlagworte: Atombombe, Interview, Iran, Israel, PeterSchollLatour, RamonSchack, Zenith
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23. August 2011
Aufstand in Syrien “Die Türkei will die Iran-Syrien-Allianz schwächen” /Mein Interview mit Robert Baer
Mit Robert Baer unterhielt ich mich, über die aktuelle Situation in Syrien:Zeit Online.
Schlagworte: Alawiten, Assad, Aufstand, Baath-Regime, CIA, George Clooney, Interview, Iran, Ramon Schack, Robert Baer, Saudi-Arabien, Syriana, Syrien, Türkei, USA
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18. August 2011
Albin Kurti-Der Populist von Pristina
@Ramon Schack
Der Kosovo gerät nur selten in die Schlagzeilen. Meistens dann, wenn dort wieder Unruhen ausgebrochen sind.
Grund genug dafür, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
In Pristina traf ich Albin Kurti, das Enfant Terrible der politischen Szene dort.
Mit dem Mann ist zu rechnen, ob es einem nun passt, oder auch nicht,…
Schlagworte: AlbinKurti, Balkan, EXJugoslawien, KFOR, Kosovo, Pristina
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