Ramon Schack - Der rasende Reporter

Ramon Schack ist Diplom-Politologe, Journalist und Publizist. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung, Die Welt, die Berliner Zeitung, “das Handelsblatt”, die Financial Times Deutschland, “Das Parlament”, die NZZ und viele andere.

14. Mai 2012

Landtagswahl in NRW/Ein weiteres Menetekel für Merkel

@Ramon Schack
Nach den Landtagswahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland-in NRW-steht Merkels Macht nur noch auf tönernen Füssen, wie die FAZ heute schreibt.
Jetzt rächt sich auch, dass die Kanzlerin die CDU von markanten männlichen Spitzenpolitikern gesäubert hat, bzw. nur noch willige “JA- Sager “in ihrem Umfeld duldet.
Mit einem politischen Leichtgewicht -wie es der Bundesumweltminister Norbert Röttgen darstellt(der einmal ernsthaft als der George Clooney der Nachhaltigkeit bezeichnet wurde), kann man keine Wahlen gewinnen, schon gar nicht in NRW.
Die Kanzlerin sollte sich in stillen Stunden ernsthaft die Frage stellen, wer die CDU eigentlich führen soll, nach ihrer eigenen Amtszeit, bzw. wo für diese Partei eigentlich noch steht.
Der SPD sei der Triumph an Rhein und  Ruhr gegönnt, doch sollte man sich in der ältesten deutschen Volkspartei langsam darüber Gedanken machen, wer denn nun als Kanzlerkandidat in Frage kommt.Erholt haben sich die Sozialdemokraten nur sehr bedingt.

Die fatale personelle Auszehrung, von der alle Parteien betroffen sind, trifft auch die SPD. Mit einem Kanzlerkandidaten Gabriel würde die  SPD wohl keine Bundestagswahl gewinnen.

Die anhaltende Bionadisierung der Republik kommt den Grünen zu Gute. Diese Partei, die ja inzwischen doch sehr bürgerlich wirkt, nicht selten auch spießig, hat ihren festen Platz im Parteiengefüge sicher, wie die Kommode in Omas Wohnzimmer.

“Totgesagte leben länger”, diese alte Volksweisheit trifft auf das Wahlergebnis der FDP zu.

Sicher, die Liberalen haben in der letzten Zeit  ein fürchterliches Bild abgegeben. Anscheinend gibt es aber noch Wähler, die sich von der Programmatik einer Partei angezogen fühlen, die sich der Sozialdemokratisierung- gerade der Volksparteien- entgegenstellt- zumindest in Wahlkampfsprüchen.

Die Piraten haben auch in NRW einen großen Sieg errungen. Neben Berlin, Saarbrücken und Kiel, ist diese Gruppierung jetzt auch in Düsseldorf vertreten. Allerdings sind diese Polit-Newcomer hinter der FDP gelandet. Ob man daraus schließen kann, die Piraten haben schon den Zenit ihrer Macht erreicht ist zur Stunde Spekulation. Je mehr sich die Partei in den mediokratischen Strukturen- unserer Republik “embedden” lässt , um so mehr könnte ihre Strahlkraft einbüßen.

“Es gibt nur LINKE, wem das in unserer Partei nicht passt, der wird gehen müssen. Spreu muß von Weizen getrennt werden, damit wir wieder stark werden. Anbiederei an SPD und GRÜNE darf …sich nie wieder einen Fußbreit breit machen. Eine Partei wie die unsere sollte keine andere “Strömung” haben, als die LINKE. Für Fraktionsbildungen haben wir keinen Platz!”
Mit diesen markigen Worten, die aus dem Vokabular von Walter Ulbricht stammen könnten, kommentierte gestern Ralph T. Niemeyer, der Ex-Lebensgefährte von Sarah Wagenknecht, bis sie ihn für Oskar Lafontaine verließ, die drohende Wahlniederlage seiner Partei, auf seinem Facebook -Profil.
Hierbei mag es sich um eine Einzelmeinung handeln. Doch, wenn ein Mitglied dieser Partei sich äußert wie eine SED-Altlast, dann ist der Rauswurf dieser Partei aus dem Düsseldorfer Landtag nicht ganz unbegründet.

Abschließend noch ein Wort zu Pro-NRW. Diese rechtspopulistische Gruppierung versuchte vor den Wahlen noch auf sich aufmerksam zu machen, durch einige gezielte islamophobe Provokationen, bzw. polizeilich abgesichterte Auseinandersetzungen, gegenüber der radikalislamischen salafistischen Bewegung. Die Schlagzeilen waren garantiert. Die Wähler haben es aber nicht gedankt, dafür war das schmutzige Spiel doch zu durchschaubar.  Die islamophobe Rechte kommt in Deutschland nicht in Schwung, ganz im Gegensatz zu vielen europäischen Nachbarstaaten, wo diese Parteien aber vielleicht auch schon ihren Höhepunkt überschritten haben dürften.

 Das vorläufige Endergebnis der Landtagswahlen:

CDU
26,3 %

SPD
39,1 %

Grüne
11,3 %

FDP
8,6 %

Piraten
7,8 %

Linke
2,5 %

Sonst.

 

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4. Mai 2012

Ukraine:Julia Timoschenko-”Gasprinzessin” oder slawische “Evita Peron”?Worum geht es wirklich?

@Ramon Schack

An der Person -der ehemaligen ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko- scheiden sich die Geister-zumindest wenn man der aktuellen Berichterstattung in der westlichen Presse glauben schenken möchte.

Als ich im vergangenem Jahr die Ukraine bereiste, schien die dortige Bevölkerung-die größtenteils immer noch zu einem Leben auf niedrigstem sozialem Niveau verdammt ist(Von den Oligarchen einmal abgesehen-zu denen ja auch Frau Timoschenko zählte)- sowohl die sogenannte “Orangene Revolution”, als auch die Amtszeit dieser resoluten Dame, längst zu den Akten gelegt zu haben.

FOTO: Eine Rentnerin in Kiew-2011/RAMON SCHACK

Die Menschen in diesem geschundenem Land-immerhin der größte Flächenstaat Europas- haben ganz andere Sorgen, haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, als in Mitgefühl für Frau Timoschenko zu versinken, die dort wahlweise als Gasprinzessin oder als slawische Evita Peron bezeichnet wurde und wird.

Foto:Ukraine-auf dem Land war und ist die Armut groß-2011/RAMON SCHACK

“Gemessen an den Verhältnissen in anderen ukrainischen Gefängnissen geht es ihr ja noch gut.”, schreibt Christian Esch heute in einem sehr lesenwerten Artikel in der Berliner Zeitung.

Selbstverständlich hat Frau Timoschenko einen fairen Prozess verdient, bzw.  angemessene Haftbedingungen.Natürlich versuchen auch gewisse Kreise in der Ukraine an der schillernden Dame ein Exempel zu statuieren.

Es ist aber sicherlich ein Fehler, dieses von der Geschichte vergewaltige Land kollektiv abzustrafen, oder die bevorstehende EM zu boykottieren.Der Verdacht kommt auf, dass es hier um ganz andere Sachverhalte geht, von Seiten des Westens.

Mit dem Amtsantritt von Wiktor Janukowytsch , der im Februar 2010  Julia Timoschenko, in der Wahl um das Amt des Staatspräsidenten besiegte, wurde der zuvor noch angestrebten NATO-Mitgliedschaft der Ukraine eine klare Absage erteilt.

FOTO:Kiew- die Hauptstadt der Ukraine-und Mutter aller russischen Städte/RAMON SCHACK.

Der permanenten Ostausdehnung der NATO, die schon im Jahr 2008-durch den kurzen Krieg zwischen Georgien und Russland ins Stocken geriet, wurde dadurch ein Riegel vorgeschoben.Bei allem- was man Janukowytsch vorwerfen kann(Um einen Demokraten westlichen Typus handelt es sich nicht), dessen Wähler sich überwiegend aus den russophonen Bewohnern der Ost-Ukraine rekrutieren,die Unabhängigkeit der tief gespaltenen Ukraine wurde von ihm nicht  in Frage gestellt.

Während meiner Reise im vergangenem Jahr, besuchte ich auch die liebliche Halbinsel Krim, bzw. die dort gelegene  legendäre Hafenstadt Sewastopol.

FOTO. Sewastopol am Schwarzen Meer, die ehemals verbotene Stadt-2012/RAMON SCHACK

Zum tieferen Verständnis, der geopolitischen Ausgangslage, auf welcher der aktuelle Konflikt zwischen der EU und der Ukraine basiert, empfehle ich meinen Artikel in der NZZ von damals  :http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/das_zuenglein_an_der_russischen_waage_1.10589844.html :

 

 

 

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27. April 2012

Fussball-EM 2012/Die Ukraine am Pranger der Weltöffentlichkeit

@Ramon Schack

Vor einem Jahr war ich- zusammen mit einigen Kollegen- zu einem Hintergrundgespräch in Kiew geladen, bei dem Ministerpräsidenten der Ukraine Mykola Asarow.

Kaum hatte ich die umfangreichen Sicherheitskontrollen im Amtssitz Asarows passiert, stand ich einem ältlichen, farblosen Herren gegenüber. Hinter den Brillengläsern schauten mich mich freudlose Augen an.Es handelte sich um seine Exzellenz persönlich…

.

Wenig später, während des Hintergrundgespräches, erkundigte ich mich nach dem Stand der Pressefreiheit in der Ukraine, sowie nach der Sozialisation Asarows in der Sowjetunion.

Der Ministerpräsident reagierte verärgert:” “Würden Sie Kanzlerin Merkel auch nach Ihrer Herkunft in der DDR befragen?” zischte er mich an.

Mykola Asarow ist ein enger Verbündeter des amtierenden Präsidenten Janukowitsch und der zweitmächtigste Mann der Ukraine.

Im Vorfeld der Fussball-EM, welche dem größten Staat Europas ein neues, besseres Image bescheren sollte, steht die Ukraine am Pranger der Weltöffentlichkeit:http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article2259293/Drama-um-Timoschenko-isoliert-die-Ukraine-zunehmend.html

In der ostukrainischen Millionen-Metropole Dnjepropetrowsk  kam es unterdessen zu einem blutigen Bombenanschlaghttp://www.berliner-zeitung.de/politik/bombenanschlaege-viele-verletzte-nach-explosionen-in-der-ukraine,10808018,15006460.html:

 

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23. April 2012

“Nein, die Franzosen lieben das 21. Jahrhundert nicht,..”/Anmerkungen zu der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl

@Ramon Schack

“Nein, die Franzosen lieben das 21. Jahrhundert nicht, und sie würden es, könnten sie dies, liebend gern zurücklassen.”, schrieb Olivier Guez kürzlich in der FAZ.http://www.faz.net/-gqz-6zbjn

Das gestrige Ergebnis, der ersten Runde der Präsidentenwahlen im Hexagon, scheint diese Einschätzung zu bestätigen.

Die politischen Pendelschläge waren in Frankreich schon immer stärker ausgeprägt, als in anderen westeuropäischen Staaten.

Die Furcht vor dem Niedergang, die nostalgische Verklärung der “ruhmreichen” Vergangenheit, die Sehnsucht nach der Gloire, sind in der  Fünften Republik(die  immerhin schon seit 1958 existiert) weit verbreitet. Das alles flankiert von einem kulturellen Sendungsbewußtsein, welches sich aus der Vergangenheit speist, als die französische Kunst und Kultur eine Strahlkraft entwickelte, die weit über die Staatsgrenzen reichte.

Frankreich steht heute auf tönernen Füßen. Es schwankt soziokulturell zwischen Nord- und Südeuropa, zwischen Großmachtsambitionen und einer Art romanischen Wagenburgmentalität, wie die Ergebnisse für rechts-und linksextreme Parteien symbolisieren.

Unabhängig davon, wer demnächst in den Élysée-Palast einziehen wird, das neue Staatsoberhaupt unseres Nachbarlandes muss seine Bürger mit der Gegenwart aussöhnen und in die Zukunft führen. Nicht nur im Interesse Frankreichs

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/kampf-um-stichwahl-eroeffnet_1.16584957.html

 

 

 

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22. April 2012

Interview mit Sergei Chruschtschow/Russland wird im Westen noch immer missverstanden

“Rusland wird im Westen noch immer missverstanden”, sagte mir Prof. Dr. Sergei Nikitsch  Chrutschschow, der Sohn des ehemaligen sowjetischen Staatschefs Nikita Sergejewitsch Chruschtschow:..http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-03/russland-putin-chruschtschow

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29. Februar 2012

“Der Euro spaltet Europa!”/Mein Interview mit Hans-Olaf Henkel

“Der Euro spaltet Europa”, sagte mir Hans-Olaf Henkel im Interview.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-02/henkel-eurokrise-europa

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13. Januar 2012

Prizren, die schönste Stadt im Kosovo/Mein Artikel in der NZZ

Prizren, die schönste Stadt im Kosovo.Anbei mein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung.http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/muezzin-ruf_und_techno-beat_1.13994619.html

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24. November 2011

Peter Scholl-Latour”Die iranische Atombombe soll eine Abschreckung sein”

                                   @Ramon Schack

“Die iranische Atombombe soll eine Abschreckung sein!”, sagte mir Peter Scholl-Latour im Interview:

http://www.zenithonline.de/deutsch/politik//artikel/die-iranische-atombombe-soll-eine-abschreckung-sein-002366/

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23. August 2011

Aufstand in Syrien “Die Türkei will die Iran-Syrien-Allianz schwächen” /Mein Interview mit Robert Baer

Robert Baer ist einer der profiliertesten Nahost-Experten der USA. Der ehemalige CIA-Agent war in den 1980er und 1990er Jahren in Syrien und im Libanon operativ tätig. Elemente seines Buches See No Evil dienten als Vorlage für den Film Syriana (2005) mit George Clooney.

Mit Robert Baer unterhielt ich mich, über die aktuelle Situation in Syrien:Zeit Online.

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18. August 2011

Albin Kurti-Der Populist von Pristina

@Ramon Schack

Der Kosovo gerät nur selten in die Schlagzeilen. Meistens dann, wenn dort wieder Unruhen ausgebrochen sind.
Grund genug dafür, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
In Pristina traf ich Albin Kurti, das Enfant Terrible der politischen Szene dort.
Mit dem Mann ist zu rechnen, ob es einem nun passt, oder auch nicht,…

Zenith Online

 

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